Abenteuer Welt: Skitour auf der Mugel

Zeit für einen Tipp aus Österreichs Winterwelt: der Mugel.

Thema:
Abenteuer Welt

Reisemagazin:
Abenteuer Welt

Der Winter in Österreich zeigt sich tiefverschneit, wunderschöne Berglandschaften locken in strahlendem weiß die Skitourengeher, Wanderer und alle Naturbegeisterten geradezu heraus! Was bietet sich also mehr an, als ein Bericht über eine grandios-schöne Skitour an der Mugel, ein toller Gipfel auf der Gleinalpe?

Armin Weinzierl, ein echter Bergfex aus der Obersteiermark hat sich  Anfang Jänner seine Schier gepackt und ist gen Mugel gezogen, dem bekannten „Hausberg“ einiger Leobener. Stolze 1630m laden zum erklimmen ein, besonders im Winter eine erfrischende und spannende Herausforderung.  Viel Spaß beim Lesen! 

 

Armin Weinzierl: ein Bergfex unterwegs

Freitag vormittags bei Kaiserwetter im Büro zu sitzen, ist für einen Bergfex, wie mich, eine wahre Höchststrafe. Vor allem nach zweiwöchiger Zwangspause, wegen schlechten Witterungsverhältnissen. 

Nach meinem Empfinden haben wir das erste Mal seit Jahren endlich wieder richtig Winter.  Zum Zeitpunkt meiner Tour im Jänner waren Eisenerz und zahlreiche Ortschaften in der Obersteiermark noch immer von der Außenwelt abgeschnitten, in den Bergen herrschte überwiegend Lawinenwarnstufe 4, was eigentlich heißen sollte die Tourenskier besser im Keller stehen zulassen.

Dennoch, ein kurzer Blick aus dem Fenster und der Entschluss war gefasst, dass nach gründlicher Recherche der Webseite des Lawinenwarndienstes Steiermark, die Mugel ein sicheres Ziel sein sollte. Also entschloß ich mich, unmittelbar nach Büroschluss in den Gößgraben bei Leoben bis zum Parkplatz der ehemaligen Schmollhube zu fahren. Die Außentemperaturanzeige meines Autos zeigt kühle – 7 Grad Celsius an. Beste Voraussetzungen!

Armin Weinzierl in Action!

Auf dem Weg zum Gipfel

Ich felle meine Skier an, gehe auf der Straße 200 Meter Tal einwärts und zweige links auf die gut geräumte Forststraße in Richtung Gstattmoarhube ab. Bei diesen Schneeverhältnissen ist ein Aufstieg durch den Wald mühelos möglich. Ich befinde mich nach einigen Höhenmetern inmitten einer märchenhaften Winterlandschaft. 

Tiefverschneit und ganz in weiß, zeigt sich der dichte Wald von seiner schönsten Seite. Blauer Himmel und gleißender Sonnenschein lassen bei klirrender Kälte, die feinen Schneekristalle auf den Ästen der Bäume wie Diamanten blitzen. Meine Wanderung führt mich immer weiter in diese wunderschöne Landschaft - es ist ein wahrer Augenschmaus.

Als ich bei der Gstattmoarhube ankomme, sehe ich tiefverschneite Bäume, die durch Wind und Kälte aussehen, als hätte ein Konditor eine Zuckerglasur über die Landschaft gegossen – traumhaft.

Ich wähle die steil angelegte Aufstiegspur in Richtung Gipfel. Scherzhaft werde ich später im Schutzhaus erfahren, dass dies die „Eisenerzerspur“  gewesen sei. Anmerkung zur „Eisenerzerspur“: diese verläuft ohne Spitzkehren senkrecht über die steile Wiese und stellt dadurch die kürzeste Verbindung zum Gipfel dar. 

Ich genieße die absolute Ruhe und Stille beim Aufstieg, da ich aufgrund des späten Starts der Tour alleine in Richtung Berg unterwegs bin. Als ich nach rund zwei Stunden den Gipfel erreiche, halte ich kurz inne um die herrliche Aussicht in die umliegende Bergwelt aufzunehmen. Bei absolut guter Fernsicht sieht man neben dem Schöckl im Süden, im Osten den Schneeberg, den Sonnwendstein und in Richtung Norden das mächtige Hochschwabmassiv, das heuer noch Ziel für einige Skitouren werden soll. Daneben zeigen sich die Hohe Veitsch, die Schneealpe und die Rax, was alles schon Ziele vergangener Touren waren, tiefverschneit. Unbeschreiblich inmitten dieses Paradieses leben zu dürfen und das alles erleben zu können. Dankbar für diesen Moment stärke ich mich kurz bei Suppe und Bier im Schutzhaus und tausche mich mit anderen Bergkameraden aus.

Zurück ins Tal

Bei herrlichem Tiefschnee fahre ich die freie Wiese runter zur Gstattmoarhube. Dabei bleibe ich noch einmal kurz stehen um das gewaltige Panorama mit Reiting und Eisenerzer Reichenstein mit der Kamera einzufangen.  

Mit einem guten Gefühl erreiche ich mein Auto. Die Außentemperaturanzeige zeigt mir mittlerweile – 11 Grad an. Dank der Northland-Socken aus Merinowolle, die mir vergangene Weihnachten das Christkind gebracht hat, fühlen sich meine Füße trotzdem wohlig warm an.

Zusammengefasst kann ich sagen, dass ich einen wunderbaren Nachmittag und somit einen guten Start ins Wochenende hatte. Ein Hoch auf das Bergfexenleben!

Titelbild: Manuel Gruber, Trofaiach

Gipgelglück im Schnee.
Keine Produkte im Warenkorb