Abenteuer Welt: Wandern in der Wörschachklamm

Frischetipp für heiße Sommertage – Wanderung durch die Wörschachklamm zum Spechtensee! Armin Weinzierl nimmt uns mit auf eine erquickende Reise durch die Klamm.

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Was gibt es im Sommer Schöneres als eine Wandertour in eine Klamm? Nicht viel! Armin Weinzierl war wieder mit uns unterwegs und hat uns einen Bericht über seine Erlebnisse in der Wörschachklamm geschrieben - mit wunderbaren Impressionen dieser herrlichen Tour. 

Die Wanderung geht durch die Wörschachklamm bis zum Spechtensee und in einem Rundgang wieder zurück. Die Tour wird als leicht eingestuft und eignet sich deswegen bestens für einen gemütlichen Wochenendausflug! Lassen Sie sich von den Eindrücken auf der Wanderung inspirieren - wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

 

Armin Weinzierl: Der Hitze entfliehen

Ein schon seit längerer Zeit schlummerndes Wanderziel ist die romantische Wörschachklamm im Ennstal. Die Metereologen des Landes prognostizierten die nächste Hitzeperiode, behielten damit Recht und so kletterte das Thermometer auf schweißtreibende 35 Grad Celsius Höchstwert an. Was liegt da näher, als sich ein frisches, kühles und schattiges Plätzchen als Zufluchtsort zu suchen?
Früh morgens, nach einer Tropennacht, fahre ich, um der Hitze der Stadt zu entfliehen, nach Wörschach. Das Thermometer zeigt bei der Abfahrt bereits 25 Grad Celsius an. Strahlend blauer Himmel und Sonnenschein soweit das Auge reicht. Als ich in Wörschach beim Parkplatz der Klamm eintreffe, ist dieser noch ziemlich leer. Das erfrischende Rauschen des Wörschachbaches und die gute Luft lassen schon erahnen, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Nach den anspruchsvolleren und kräfteraubenden Wandertouren der vergangenen Tage, sollte es heute ein eher gemütlicher Wandertag zum Relaxen werden.

Die im Rucksack verstauten Schlechtwetterutensilien, wie Haube und die dazugehörigen Handschuhe werden, ausnahmsweise noch schnell gegen Badehose, Handtücher und ausreichend Sonnencreme ausgetauscht. Anstatt einer Wanderkarte kommt ein Buch mit. Das Tagesziel, ist zur Abwechslung nicht ein Gipfelkreuz in schwindelerregender Höhe, sondern der Spechtensee im Wörschachwald. Mit dieser Routenwahl schlage ich zwei Fliegen mit einer Klappe – einerseits eine wundervolle Klammwanderung, andererseits Badespaß in einem bisweilen mir unbekannten Natursee.
Los geht´s! Ich starte die Tour vom Parkplatz der Wörschachklamm und folge dem Wegweiser, der mich sehr bald zu einem reichlich mit Blumen geschmückten Kiosk führt. Ich leiste dort einen Unkostenbeitrag und marschiere weiter.
In der Klamm herrschen angenehm kühle Temperaturen. Zahlreiche Informationstafeln sind entlang des Weges angebracht, sodass man sehr viel Wissenswertes über die Geschichte und Entstehung dieses Naturjuwels erfahren kann. Über Brücken und zahlreiche Treppen aus Holz führt der Weg mäßig steil, entlang tosender Wasserfälle und inmitten steil emporragender Felswände aufwärts.

Zeit für Frische

Imposant, mit welcher Kraft sich das Wasser seinen Weg durch das mächtige und felsige Gelände über die Jahrtausende gebahnt hat. Mir kommt der Wahrheitsgehalt des Ausspruchs, dass der stete Tropfen den Stein höhlt, in den Sinn. Ich mache zahlreiche Fotos, bevor ich nach etwa 30 Minuten das Ende der Klamm erreiche. Dort teilt sich der Weg – nach rechts verläuft dieser in Richtung Burgruine Wolkenstein und weiter zurück zum Ausgangspunkt. Ich hingegen, wandere einsam durch einen herrlichen Mischwald entlang des Baches in Richtung Spechtensee.
Nach Erreichen des Hochplateaus, führt der Weg weiter über eine asphaltierte Straße, entlang blühender Felder und Wiesen mit Blick auf den mächtigen Felsstock des Grimmings. Ich erinnere mich sofort an dessen Besteigung im vorigen Jahr und denke, dass ich diesen heuer ein weiteres Mal erklimmen muss.
Nach rund 2 Stunden sehr gemütlicher Gehzeit erreiche ich die malerische Umgebung des Spechtensees.
Der Spechtensee, ein Moorsee, strahlt aufgrund seiner dunklen Farbe eine mystische Wirkung auf mich aus. Eingebettet in die herrliche Bergwelt des Toten Gebirges auf rund 1000 Metern Seehöhe liegend, lädt dieser Ort zum Erholen und Verweilen ein.

Abseits des Badestegs, erblicke ich am Südufer des Sees ein ruhiges und schattiges Plätzchen – ein idealer Platz um meine Seele baumeln zu lassen. Wunderschöne weiße Seerosen, um die sich zahlreiche Libellen und Schmetterlinge unterschiedlicher Größe und Farbe tummeln, schmücken den See. Ich genieße die Stille und verbringe einige Zeit am See. Zwischendurch suche ich die Erfrischung im Wasser, das zu meiner persönlichen Überraschung viel wärmer ist, als ich vermutet habe.
Nachdem ich mich bei der Spechtenseehütte mit hausgemachter Mehlspeise und Kaffe ausreichend gestärkt habe, wähle ich denselben Weg zurück durch die Klamm nach Wörschach. Aufgrund der vorherrschenden heißen Temperaturen spiele ich mich noch immer mit dem Gedanken, die wahre Erfrischung im kühlen Wörschachbach zu finden. Schon während des Aufstiegs hielt ich genau Ausschau nach bequemen und sicheren Zutrittsstellen ins Bachbett.

Oberhalb der Klamm findet man zahlreiche solcher Möglichkeiten. Kneipp-Anwendungen in freier Natur, sind der sichere Garant gegen, in meinem Alter drohende Krampfadern. Ich steige noch kurz ins klirrend kalte, glasklare Wasser und genieße das tosende Rauschen des Wassers.
Zusammenfassend kann ich diese Wanderung Naturliebenden, die auf der Suche nach einer erfrischenden Abwechslung sind, wärmstens empfehlen. Der Natur so nah zu sein, beschreibt diese einfache Tour, die für beinahe jeden geeignet ist, am besten. Sowohl Kinder, als auch vierbeinigen Lieblinge, auf die Wasser gleichermaßen eine faszinierende Wirkung hat, werden ein eindrucksvolles Erlebnis finden.
Festes Schuhwerk und ein bisschen Trittsicherheit sind jedenfalls erforderlich!

Mit einem Hoch auf das Bergfexen-Leben!
Armin Weinzierl

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